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Die nachtaktiven Katzen- und Mausmakis (Familie Cheirogaleidae) sind die kleinsten Primaten auf
Madagaskar mit einem Höchstgewicht von etwa 500 g. Wie die Lemuren verbringen
sie die überwiegende Zeit ihres Lebens auf Bäumen. Sie klettern nur herab, um große Lücken zwischen
den Bäumen zu überbrücken oder um bodenlebende Käfer und andere
Gliederfüßer zu fangen und schnell wieder auf die sicheren Bäume zurückzukehren.
Katzen- und Mausmakis können ganz grob als "Allesfresser" bezeichnet werden, da alle Arten tierische
Beute (vor allem Insekten) und Pflanzen verzehren. Diese besonders anpassungsfähigen Waldrandbewohner,
deren bekannteste Vertreter die beiden kleineren Mausmakis sind, sind auf Madagaskar weit verbreitet.
Ebenso wie die meisten Lemuren sowie die Galagos und Loris haben
Maus- und Katzenmakis eine flache, reflektierende Schicht hinter der Netzhaut des Auges.
In der Nacht erleichtert das "Leuchten" der Augen den Freilandbeobachtern
die Ortung dieser Tiere mit Hilfe eines "Scheinwerfers".
Abgesehen vom kaum bekannten Büschelohr-Katzenmaki sind die kleinsten Vertreter
dieser Tierfamilie die beiden Mausmaki-Arten. Ihr Körpergewicht liegt im Durchschnitt
bei 60 g und ändert sich im Verlauf des Jahres erheblich, da während der nasseren Monate
Fett im Schwanz gespeichert wird. Mausmaki und Roter Mausmaki bauen manchmal
Nester aus runden Blätterbällchen, manchmal benutzen sie auch natürliche Baumlöcher. Man kann das
ganze Jahr über aktive Tiere beobachten, obwohl einzelne aufgrund der niedrigen Temperaturen in den
trockenen Monaten etwas träge werden können.
Im Gegensatz zu den aktiv springenden Mausmakis sind die beiden Katzenmakiarten
langsam und bedächtig in ihren Bewegungen. Da sie dafür dicht beieinanderstehende
Bäume brauchen, sind sie in Madagaskar nicht so weit verbreitet wie die Mausmakis. Beide Arten,
besonders aber der Mittlere Katzenmaki, speichern Fett im Schwanz; beide schlafen während der Trockenzeit
(April bis Oktober) mindestens 6 Monate lang. Katzenmakis sind mehr auf reine Früchtenahrung spezialisiert
als Mausmakis, fressen aber zusätzlich auch Gliederfüßer (hauptsächlich Käfer) und lecken Baumsäfte auf.
Alle Maus- und Katzenmakis sind in dem Sinne "einzelgängerisch", dass sie nachts gewöhnlich allein fressen.
Detaillierte Beobachtungen haben gezeigt, dass sie über ein sehr komplexes Sozialsystem verfügen, das wegen
Einiges spricht dafür, dass Coquerel-Mausmakis zur Paarbildung neigen und der Gabelstreifige Katzenmaki
tatsächlich in Einehe lebt. Laute spielen ganz allgemein eine wichtige Rolle bei der räumlichen Abgrenzung.
Der Gabelstreifige Mausmaki ist jedoch die einzige Art, die ihr Territorium aktiv gegenüber eindringenden
Artgenossen verteidigt.
Katzen- und Mausmakis bekommen, im Gegensatz zu den meisten Primaten, zwei oder drei Junge. Alle
Mitglieder dieser Tierfamilie halten ihre Jungen im Nest, bis sie sich allein ernähren können. Die Jungen kommen
offensichtlich genau in der Zeit des größten Nahrungsüberflusses zur Welt, so dass sie die sich daran
anschließende Trockenzeit mit Hilfe der angesammelten Fettreserven gut überstehen können.
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