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Die bekanntesten Mitglieder der Familie Galagidae sind die Galagos oder Buschbabys aus Afrika, vielleicht
so benannt wegen ihres an Kleinkinder erinnernden "Weinens" und auch wegen ihres niedlichen Aussehens.
Zu den Galagidae, den sehr beweglichen Springern, gehören sechs in Afrika lebende Arten. Sie kommen im
dicken Blattwerk des Regenwaldes genauso schnell vorwärts wie in den Bäumen der Savanne. Mit einer Reihe
von Sprüngen zwischen Zweigen oder Baumstämmen kann ein Buschbaby etwa 10 m in weniger als 5 Sekunden
zurücklegen und einem lauernden Räuber schnell entkommen. Mit dieser Fortbewegungsart sind natürlich
auch einige Anpassungen im Körperbau verbunden. Die hinteren Gliedmaßen sind gut entwickelt, die großen
Augen gewährleisten ein gutes Nachtsehen, der lange Schwanz eignet sich beim Springen gut als Gleichgewichtsorgan.
Durch die flinken Bewegungen im Laubwerk schrecken die Buschbabys zahlreiche Beutetiere auf, die sich
dann selbst durch ihre Flucht verraten. Ihre. hochentwickelten Ohren sind mehrfach gefaltet, so dass sie die
Ohrmuschel, fast wie Fledermäuse, genau auf eine Geräuschquelle richten können. Versuche in Gefangenschaft
haben gezeigt, dass ein Buschbaby die Bewegungen eines fliegenden oder laufenden Insekts selbst durch
eine undurchsichtige Trennwand verfolgen konnte. Viele Beutetiere, z. B. Nachtfalter und Grashüpfer, werden
beim Vorüberfliegen gefangen. Die Füße fest auf sicherem Grund, streckt sich das Buschbaby plötzlich und
fängt die Beute mit einer oder beiden Händen. Ein Zwerggalago kann Mücken sogar am Flügel fangen.
Buschbabys greifen ihre Beute zwischen Handfläche und Fingerspitze des kleinen Fingers, der als einziger
einen fleischigen Ballen hat.
Neugeborene Buschbabys sind mit einem feinen Flaum bedeckt. Ihre Augen sind halb geöffnet, und sie können
sich nicht allein fortbewegen. Die Mutter läßt das Junge nur am Anfang und nur für kurze Zeit allein im Nest.
Auf ihren nächtlichen Wanderungen nimmt sie ihren Nachwuchs immer mit. Nach 10-15 Tagen kehrt sie mit
ihrem Jungen zur Gruppe zurück. Bei den größten Arten kann sich das Junge mit etwa einem Monat am
Rücken der Mutter festklammern. Schließlich folgt es der Mutter in immer größeren Abständen.
Männliche Jungtiere verlassen das Territorium der Mutter nach der Pubertät, junge Weibchen bleiben bei
der Mutter. Zu kleinen sozialen Gruppen gehören demnach Mütter, Töchter, Schwestern und ihre Jungen.
Weibchen, die nicht zur Gruppe gehören, werden aus dem gemeinsamen Territorium vertrieben, innerhalb
dessen sich die einzelnen Weibchen bestimmte Eigenreviere vorbehalten. Normalerweise paart sich ein
ausgewachsenes dominantes Männchen mit den Weibchen einer einzigen Gruppe, mitunter beherrschen
einzelne Männchen aber auch andere Weibchen außerhalb dieses Verbandes. Die Territorien der Männchen
sind viel größer als die der Weibchen, und der Konkurrenzkampf mit vagabundierenden Männchen ist
sehr erbittert. Die Narben der Männchen zeugen von Kämpfen um den Besitz der Weibchen-Gruppen.
In Tiergehegen können solche Kämpfe mit dem Tod enden, wenn die Gegner nicht rechtzeitig getrennt werden.
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