Monatszusammenfassung
April 2000
Hallo Fans! An einem schönen sonnigen
Tag wie heute - wie gemacht für eine ebenso sonnige Analyse - blicken
wir gemeinsam zurück auf einen ereignisreichen Monat bei "je t'aime
wer mit wem". Was haben wir nicht wieder gelernt, gelacht und geweint...
Doch der Reihe nach.
Die erste Sendung in dieser Besprechung,
die vom 15. April hatte in mancherlei Hinsicht experimentellen Charakter.
So versuchten es die Macher der Show diesmal, die MDR-Zuschauer mit einem
High-Tech-Thema (Astronomie) zu erreichen. Doch das war offenkundig nicht
nur uns vom Fanclub eine Etage zu hoch und so gab es zum Ausgleich in den
Folgen danach wieder die bewährte Mischung aus Dorftraatsch, ABM-Kräften
von nebenan und vor allem Kandidaten aus dem Osten!
Denn was sich eindeutig zeigte: Wessis mögen
uns immer noch einiges voraus haben (zumindest wenn es ums schamlose Auf-die-Kacke-hauen
oder auch nur ums fehlerfreie Bilden sinnvoll klingender Sätze geht),
gleichzeitig jedoch wird dadurch der unvergleichliche Charakter unserer
Lieblingsshow doch stark verwässert. Also bitte, liebes jetaime-Team:
Die Kandidaten, die sich rekrutieren lassen, mögen spärlich gesät
sein, aber sich auswärtiger Fachkräfte zu bedienen, muss wirklich
das letzte Mittel sein. In Anlehnung an ein altes Sprichwort: 10 Pferde
können doch einen Esel nicht ersetzen!
Doch glücklicherweise gab es auch noch
was fürs Auge in Form der heutigen weiblichen Kandidatin Nr.2: Cornelia.
An ihr konnte man mal wieder das, auch bei
fleißigen Schulmädchen beim Gedichtaufsagen zu beobachtende,
Kopfzucken im Rhythmus des Versmaßes studieren, mit dem sie sich
erfolgreich und schwungvoll von einem Satz zum anderen hangelte. Die gleiche
Frage wie sie häufig bei moderner Rap-Musik auftaucht, beschäftigte
auch hier wieder: Warum in aller Welt lernt man nur gerade einen solchen
Text auswendig? Kann sie etwa Shakespeares und Goethes gesammelte Werke
schon? Welche Verschwendung von Kapazitäten!
Was sonst noch passierte:
Auch diese Sendung wurde mal wieder preisgünstig
aufgepeppt und künstlich in die Länge gezogen, indem man heimlich
mit der Handkamera das Trio hoffnungsvoller Nachwuchsmusiker beim Proben
abfilmte und dann ungeschnitten mit einfügte. Im Rahmenprogramm durften
sich dann die Zuschauer wieder geschmeichelt fühlen, als Frank so
nett war, uns den Unterschied zwischen Astronomen und Astrologen zu erläutern
("Nur damit Sie's mal gehört haben"). Danke. Was wären wir ohne
den MDR. Ein ebenfalls sehr brauchbarer Tipp, der ein wenig an den zuletzt
stark vermissten Dr. Hildebrand erinnerte, kam vom planetariumseigenen
Professor: "Zeit ist das was wir erhalten, wenn wir unsere Uhr wegschmeißen".
Für diese Verhohnepiepelung der schwer für ihre Uhren arbeitenden
Bevölkerung sollte er 5 Jahre bekommen. Ohne Bewährung.
Weiter ging es am 22.April als wir
passend zur Jahreszeit einen Schäfer bei seinem stressigen Job besuchen
durften...
Kandidatin
1: Sylvia: "Da dies eine sehr schöne Sendung ist, suche ich auf diesem
Weg einen Bartner..." Eine etwas irritierende Kausalkette. Richtiger wäre
gewesen: "Da dies eine sehr schöne Sendung ist, trete ich dem Fanclub
bei." Aber das Eine schließt das Andere ja nicht aus...
Kandidat
2, Michael, liebt Zweideutigkeiten: "Ich bin vielseitig interessiert und
seit kurzer Zeit geschieden" oder "Gern fahre ich zu einem kurzen Trip
ins benachbarte Holland". Doch er kann auch sehr konkret sein: "Ich fahre
auch gern in den englisch-sprachigen Raum, so zum Beispiel nach New York"
Alles klar?
Zur zwischenzeitlichen Auflockerung gab es
in der neuen Rubrik "Heinz des Monats" live den Beginn einer der berüchtigten
Fleischklopfer- und Pantoffel-ehen zu erleben (falls es überhaupt
noch zur Hochzeit kommt, nachdem der dackelgesichtige Bräutigam sein
zahnfleischwundverursachendes Ständchen und seine eigentümliche
Ansprache vorgebracht hat.)
Als nächstes gab es dann wieder etwas
für die männlichen Zuschauer:
Kandidatin
3, Manuela, wusste interessante Dinge zu berichten: "Seit 3 Jahren habe
ich mit meinem Zwergkaninchen namens Moppel einen eigenen Haushalt..."
- Eigentlich komisch, dass sie mit dem Anmachspruch noch nicht den Richtigen
gefunden hat. Egal, bei "jetaime" klappt es bestimmt.
Kandidatin 4: Hannelore
"Es ist nicht leicht, auf diese Art einen
Bartner zu suchen" - Ja, liebe Hanni, warum stellst Du Dich auch auf wie
ein Hanghuhn kurz vorm Absturz? "Ich kann auch über mich selber lachen,
aber leider nicht über Alkoholprobleme und Untreue" - Na, wie denn
nun?
Was sonst noch passierte:
Zu guter Letzt wurden wir mal wieder aufgefordert,
uns zurück zu lehnen und zu genießen. Da Franks Wunsch uns Befehl
ist, schalteten wir natürlich sofort auf Kanal 154 um (Der beste Weg,
das MDR-Programm wirklich "zu genießen") und sahen uns an, wie -untermalt
von Radio Sputnik- sich zwei Singles gegenseitig von der Straße holten.
Und wieder kann es nur heißen: Hab
Dank Frank!
Die letzte Sendung des Monats, am 29.April
schließlich strotzte nur so von Metaphern. Gleich zu Beginn jagte
eine symbolüberfrachtete Einstellung die nächste...
Im weiteren Verlauf wurden dann alle (3) Spruchweisheiten, die der Scriptabteilung
zum Thema "Schmieden" eingefallen sind, geschickt mit in die Dialoge eingebaut.
An dieser Stelle vielleicht mal ein Hinweis an Alle, die immer sagen, wir
von der Analyse wiederholten uns zu oft: Bei der Sendung, die ja nun mal
unser Maßstab ist, kriegt man schon mal innerhalb von 25 Minuten
6(!)fach zu hören, dass jeder seines Glückes Schmied ist. Damit
gefährdet "Jetaime" sogar den einsamen Rekord der Teletubbies! Spitze!
Apropos Teletubbies - Kandidaten hatte es
ja auch noch:
Kandidatin
1, Ute: "Alkohol sollte in Deinem Leben keine so große Rolle spielen,
was aber nicht bedeutet, dass man in gemütlichen Stunden gemeinsam
ein Gläschen genießen kann." (?)
Kandidat
3, Helmut, zeigt vorab stolz seine geschundenen Arbeiterhände ("Ich
hab mich letzte Woche geschnitten") und plappert, kaum dass der Zuschauer
sich von dem erschreckenden Gedanken, Helmi hätte ja vielleicht sogar
gezwungen sein können, wegen seiner Verletzung den Auftritt abzusagen,
erholt hat, seinen furchtbar einfallslosen Text daher, zu dem einem dann
auch nix mehr einfällt.
Kandidatin
4: Christel stammelte sich gequält durch ihre Annonce, was etwas arrogant
rüber kam (sollte wohl auch so sein), immerhin gestand sie aber auch
eigene Schwächen ein: "Und..äh...ja, 'liebe Tischdekorationen
etwas ausgefallen..." Tja, nobody is perfect.
Kandidat
5: Uwe brachte den üblichen Text, wobei auch er die, unter erfolgreichen
Singles mittlerweile unvermeidliche, Floskel "...wenn es meine Zeit erlaubt..."
nicht ausließ. (Ist ja auch klar: Singles haben nie Zeit, sie müssen
sich ja das Sonntagvormittagsprogramm im Fernsehen ansehen)
Was sonst noch passierte:
So allerhand, zum Beispiel Veronika, Kandidatin
Nr. 2:
Dann gab es auch diesmal wieder die, offensichtlich der Planerfüllung dienende, glückliches-jetaime-Paar-Story, die allerdings in letzter Zeit auch immer konstruierter wird. Die Helden dieser Folge hatten sich eigentlich nur durch einen tragischen Zufall beim Kaffeekränzchen bei einer gemeinsamen Bekannten kennengelernt. Aber da man in der MDR-Rechercheabteilung natürlich um jeden ehemaligen Kandidaten, der irgendwie unter die Haube kommt, dankbar ist, wurde auch diese Begebenheit just zu Franks Verdienst erklärt. Immerhin ist der stolze Bräutigam wohl eines Tages mal nahe am Funkhaus vorbei gelaufen (oder so). Also durften die Beiden ihre hochinteressante Geschichte im Fernsehen erzählen und brachten dazu auch ihr bemerkenswert frühreifes Kind mit, welches mit 6 Jahren schon richtig gut laufen kann und sogar bereits anfängt, zu sprechen. Na denn - herzlichen Glückwunsch!
Die moderne Videoanalyse dieses Auftrittes
ergänzt unseren in loser Folge erscheinenden "kleinen jetaime-Fanclub-Leitfaden
für erfolgreiche Fernsehauftritte", heute: Wie verhalte ich mich als
Vater mit Autoritätsproblem richtig?
Und als letztes noch eine kleine Episode
aus dem Tagebuch des Frank L. mit dem Titel "Der Journalismus ist ein hartes
Brot"
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