Die Analyse der Kandidaten vom Samstach, 27.11.1999


"Guten Abend - wenn du mich jetzt im Fernsehen siehst, klopft mir ganz mächtig das Herz." Das ging uns nicht minder so, als wir dich im Fernsehen sahen.
An sich eine ganz nette Vorstellung, bis zu dem Moment, an dem er sein eigentliches Ziel der Bardnersuche durch die Blumen formulierte. Ohren aufgestellt, liebe Damen! "Durch die Mecklenburger Seenplatte zu paddeln mit meinen Freunden wird uns beiden bestimmt viel Spass machen." Aha - Berti sucht also lediglich eine, die ihm und seinen Saufkumpanen die Bierzufuhr gewährleistet.



Buaaaah - LANGWEILIG! Jetaime-Standardtext 4c stinknormal vorgetragen.
Jedoch Achtung, liebe Möchtegernbardner: Bei Ingrid zu Hause wartet bereits eine riesige Mischpoke auf einen neuen Ernährer!

Kandidat der Woche

Dieser witzige Fahrdienstleiter trug seine Annonce im gleichen Stile vor, wie er sonst auf dem Hauptbahnhof Erkenschwick die weiteren Anschlussmöglichkeiten für die Zugreisenden vorliest. Holgi ging mit seiner Stimme pro Satz so oft hoch und runter, dass mir schon vom Zuhörn nach drei Minuten ganz schwummerig vor Augen wurde.
Gut - ich sollte ja auch nicht direkt angesprochen werden, aber auch seine zukünftige Herzdame kann einem jetzt schon leid tun, wenn man sich vorstellt, wie er zum Beispiel von der Arbeit kommt und sagt Hallo Schatz. Was gibt es denn heute leckeres zu essen. - und es klingt wie: Nächster Halt - Kahlemeile - Endstation - Bitte alles aussteigen. Na Gute Nacht.



Annas Körperhaltung schaffte es, dass mir sogar vom Zuschauen der rechte Arm einschlief. Die Sadisten aus der Regie gaben ihr wohl die Anweisung, sie solle sich so verrenken, dass ihre Hand auf einer Glasvitrine neben ihr zum Erliegen kommt. Und so stand sie da glatte zwei Minuten, während sich die mdr-Mitarbeiter einen Spass daraus machten, langsam die Temperatur des Glaskastens auf Schmelztemperatur hochzujagen. Nur so ist Annas immer mehr zur Faust werdender Gesichtsausdruck zu erklären. An dieser Stelle rufen wir vom FanClub Amnesty International auf den Plan. Diese unmenschliche Behandlung der Kandidaten verstößt ja selbst gegen Artikel 1unserer Satzung.
Toll, dass sich Anna allen widrigen Umständen zum Trotz doch noch über eine 498 Folgen lang bestehende Konvention hinweg setzte. "Ich bin Nichtraucherin und mein Bardner sollte das auch sein." Dieser Fernsehauftritt gilt damit schon jetzt als Meilenstein auf dem Weg hin zur vollen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Liebe in Deutschland.

Kein Zweifel! Die Frisuuuur der Woche. Solch eine Haarpracht kennt man sonst nur von Helge Schneider, wenn ihm die Perücke wieder mal ins Gesicht rutschte.
Didi schleuderte mit metaphorischem Gedankengut um sich, dass es nur so splatatterte! Da wurden alle möglichen Naturvorgänge mit menschlichen Abläufen verglichen, z.B. "Die bunten Farben des Herbstes sind wie gemeinsame Unternehmungen mit dem geliebten Menschen." Schön und gut - solcherlei Aussagen rufen nicht mehr als ein ungläubiges Stirnrunzeln beim neutralen Beobachter hervor. Was einem dann jedoch den Schrecken durch Mark und Bein donnern lies, war ihre kühl vorgetragene Message: "Ein Sonnenuntergang kann mich erfreuen." Wer nun Eins und Eins zusammenzählen kann, darf sich darauf gefasst machen, das sein Namenszug, sobald er sich mit dieser Frau einlässt, im Buch des Lebens verdorren wird.


Gesamtfazit der Sendung:
Unter dem Motto "Es fährt ein Zug nach Nirgendwo" versuchten also auch diese Woche wieder einige einsame Seelen den großen Wurf.
Austragungsort war die Schmalspurbahn, die sich quer durchs Zittauer Gebirge schlängelt. Das Niveau der Sendung passte sich den Bahnschienen problemlos an. Das geht besser liebe Freunde vom MDR! Eine Steigerung in der leidigen Schlager-Angelegenheit war zumindest schon mal zu erkennen, als die diesmalige Jodeltante einfach auf dem gespenstischen Bahnhof zurückgelassen wurde, sobald sie zum Singen ansetzte.



Nächste Woche steht uns ja eine Sternstunde ins Haus, wenn es heißt:

Jubiläum!


Ganz klar: wenn die Highlights aus 500 Folgen Jetaime aufgezählt werden, darf ein Grußwort in Richtung FanClub nicht ausbleiben. Wir zählen auf dich, Frank.

Die Quote:
Dünn dünn! Schlappe 9,8% ==> 390.000 Zuschauer...




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