
Analyse zur Sendung vom 25.12.99
(in Ermangelung der originalen Kandidaten-Screenshots haben wir uns entschlossen, die heutigen
Gäste durch ähnlich aussehende Zeitgenossen zu charakterisieren)
oder
Die Kinder, die von Rosi ja gleich am Anfang gesondert begrüßt wurden, durften sich
auf eine ausserplanmässige Märchenstunde freuen - alle über 5jährigen Zuschauer
sich während der Annonce die Fragen stellen, ob dieser Auftritt allein auf bewusstseinserweiternde
Drogen zurückzuführen ist und ob Rosi vielleicht den gleichen Textschreiber hat wie
PUR und, vor allen Dingen, was wir aus Sätzen wie diesen lernen sollen: "Ich könnte
für ihn ein Bild zeichnen ... und er
sollte im Gegenzug meinen Videorecorder zum Leben erwecken", "Ich liebe Elefanten,
das Meer, den Wind, Theater...", "Ein Taschentuch in seiner Tasche für mich
ganz allein wäre immer gut", "Mein Leben war zwar sehr abenteuerlich, aber mit
dem Feuer muss ich nicht spielen"...
All das wurde in einem Tonfall und mit einer Art selbstgefälliger Kindergartentantenanstrich
zum Vortrag gebracht, dass es nicht wundern sollte, wenn in Boltenhagen demnächst auch
die Allerkleinsten mit Pumpgun in die Kita gehen sollten.
oder 
Ein Kandidat, an dem selbst wir kaum etwas auszusetzen hatten. Aber, wir wären keine guten
Kritiker, wenn wir wir gar keine Verbesserungsvorschläge hätten. So fanden wir es
sehr schade,
dass Enrico nach seinem offenbar kurz zuvor abgehaltenen Mittagsschläfchen darauf verzichtet
hatte, Frisur und Kleiderordnung wieder herzustellen. Das Auge guckt schließlich mit.
Einige sogenannter Fans haben sich wahrscheinlich über die Unvorsichtigkeit der jetaime-Macher
amüsiert, einen Epileptiker ausgerechnet inmitten nagelneuer, hochwertiger, funkelnder
Glasbläserkunstwerke dieser Aufregung auszusetzen - aber auf derartige unqualifizierte
Äußerungen
können wir hier getrost verzichten!
Messen wir Enrico also an seinen Worten, denn damit traf er genau ins Schwarze. Zum Beispiel
mit dem Bekenntnis: "Sie sollte - wie ich - Nichtraucherin sein"
oder auch 
Martinas Schicksal hat sie dem neuen Funsport Extreme-Kandidaten-Denunziering zu verdanken.
Ähnlich wie bei "Rache ist süß" oder vergleichbaren Shows, wurde
sie ohne ihr Zutun oder gar Einverständnis in das grelle Licht der kritischen Öffentlichkeit
geschubst. Da nimmt es nicht Wunder, dass sie anscheinend keine Ahnung hatte, wie sie sich
verhalten soll. Nach einem vorbereitenden
Blick in unsere Tipps+Tricks-Rubrik gelang es ihr aber dann doch, die gefährlichsten Klippen
zielsicher zu erwischen.
"Den Zwillingen sagt man nach, dass sie 2 Seelen in ihrer Brust beherbergen" Ahja.
Bei Martinas Figur werden die Seelen wohl eher im Abdominalbereich Platz gefunden haben, aber
trotzdem gut zu wissen. "Ich spiele gern Tischtennis, (...) nur allein geht das schlecht"
Na, endlich mal eine nachvollziehbare Aussage! Bravo!
Gesamtfazit der Sendung
Wie weiter jetaime? Diese Frage ist angesichts der zurückliegenden Sendung wohl brennender
denn je. Entweder liegt es an unseren zu hoch geschraubten Erwartungen oder die Sendung ist
tatsächlich nur noch ein Schatten ihrer selbst. Die seit geraumer Zeit zu beobachtende
Neuorientierung des Formats in eine Mischung ausSelbstbeweihräucherung, penetrantes Aufwärmen
oller Kamellen, Sprücheklopfen und Binsenweisheiten (zur Abwechslung mal ohne den
dazugehörenden Psychologen) bis zum Abwinken (allein in der letzten Sendung gab es 4 (!)
mal zu hören, dass Glas zerbrechlich ist!), immer weniger Kandidaten und immer mehr nichtsnutzige
Schlagerfuzzis (20% der Sendezeit verhunzte Frank Zander alleine!) kann ja wohl nicht der Weg
zur ersten Million (Einschaltquote) sein! Jetaime steht und fällt nun mal mit den Kandidaten.
Es sollte wieder mehr Zeit für die Videoanoncen verwendet werden. Besinnung auf das Kerngeschäft,
Sicherung des Kompetenzmonopols, remotecontrolholder value - das müssen die Aufgaben im
neuen Jahrhundert sein!
Obwohl es schon verwundert, wenn jetaime die potenziellen Kandidaten fernbleiben. Ist doch
die Rubrik "Ehemalige berichten von ihren Erfolgen" geradezu ideal geeignet, einem
noch unentschlossenen Single die Schönheiten einen Lebens zu zweit unter die Nase zu reiben.
Natürlich geschieht das alles nicht mit der Vehemenz, mit der zum Beispiel Fitnessgeräte
bei QVC angepriesen werden, aber dafür voller aufrichtiger Romantik und wahrer Liebe.
Wer spürte nicht auch eine gewisse Sehnsucht in sich, als die abgetakelte Fregatte Edelgard
mit ihrem tolpatschigen Grinseklops Wolfgang vorbei kam?
Wolfgang überreicht Edelgard
die 1800km gereiste Kette
Wer war nicht peinlich berührt, als Cleverle Wolfi erläuterte, wie er die Adresse
vom MDR herausbekommen hat und wer musste nicht ein Schluchzen unterdrücken bei Edelgards
anrührender Geschichte, vom Goldkettchen, das ihr ihr Recke eigens aus einem 1800 km entfernten
Tchibo-Laden am Gardasee besorgt hatte?
Auch bei Roland und Elisabeth gab es Einblicke in die vielen unvergesslichen und nervenaufreibenden
Momente einer solchen Romanze, die nur kennt, wer selbst schon einmal verliebt war. Wie schön
ist es doch, wenn sich schon "...nach zwei, zweieinhalb Wochen herauskrinztalisiert...",
dass sie es ist.

herauskrinztalisiertes Glück
Vor allem, nachdem die übrigen Bewerberinnen offenbar nix besseres zu bieten hatten.
Ein Fehler könnte es vielleicht gewesen sein, die Fanpost in ihrem Beisein vorzulesen
und ihr so immer wieder das Gefühl zu geben, nur vom, im Fachjargon so genannten primary
effect (unverschämt: 10 Minuten nach der Sendung anzurufen und dann 2,5 Stunden die Leitung
zu blockieren!) profitiert zu haben. Andererseits hat Roland damit natürlich auch immer
ein Druckmittel in der Hand und kann zum Beispiel zum Ausdruck bringen, dass ihm das Essen
nicht geschmeckt hat, indem er demonstrativ den alten Schuhkarton mit den Zuschriften auf den
Tisch stellt... Der Funken zwischen den beiden
liebenden Herzen sprang über, als, so Elisabeth "...beide irchendwie bitterlich geweint
haben..." Wie schön.
So wurde ja auch schon so mancher zum jetaime-Fan: beim irchendwie bitterlich Weinen über
diese Show.
Quote
14,4% das sind 580.000 begeisterte Zuschauer!