Die Analyse der Kandidaten vom Samstach, 20.11.1999

Schock Nummer 1 noch bevor der erste Kandidat über die Mattscheibe flimmerte! Wo ist Frank???? Sollte er die Moderation der schärfsten Sendung etwa an diese zwei albernen Pappnasen Kathrin & Peter abgetreten haben? Er saß da wie ein geringeltes Zäpfchen mit Minipli und die Matrone neben ihm raubte einem mit ihrem Gezappel schon bald die ganze Samstagabendruhe. Bloß gut, dass unser Held pünktlich zur zweiten Anzeige da war. Und seine fortan folgenden Showeinlagen rechtfertigen auch, daß er sich das Gehalt wie für eine komplette Sendung anrechnet.


Kandidat der Woche


"Draußen is schon Herbst. Das soll nicht heißen, das der Herbst keine reizvollen Tage hat. Und bevor man sich versieht, steht der Sommer vor der Tür." Alles Tolle kommt von Knolle, fällt mir zu diesem Mumpitz sbondahn ein.
Dieser Philosoph aus dem Bilderbuche fiel neben seinen sinnreichen Sprüchen auch durch äußerst adrette Kleidung auf. Zu gern hätten wir erfahren, ob es die Klamotten auch für Männer gibt? Na egal.
Was eigentlich nur zählt, ist doch, daß Bernd ein "leidenschaftlicher Nichtraucher" ist! Es stellt sich die Frage, wohin das führen soll, wenn die Leute demnächst auch noch ihre Leidenschaft dafür, Dinge nicht zu tun, in die Waagschale werfen: Ich bin leidenschaftlicher Nichttänzer, leidenschaftlicher Nichtbombenleger, leidenschaftlicher Nichtklobürstenbenutzer... Der Möglichkeiten gibt es sooo viele...
"Leider bin ich Frühaufsteher. Morgens brauch ich 'ne Weile, bis ich aus dem Bad komme." Gemein, daß ihn das mdr-Team ausgerechnet während dieser überaus kritischen Phase vor die Kamera zwang!


Wie von Frank empfohlen, habe ich versucht, mich in die Situation von Barbara zu versetzen. Aber dafür war die Vorbereitungszeit einfach zu kurz! Als ich die Schlaftabletten und die Dose vergammelten Heringssalat, die mich dabei unterstützen sollten, endlich gefunden hatte, war die Annonce ja schon fast wieder vorbei! Aber etwas fiel doch noch auf: "Mein 27jähriger Sohn führt bereits sein eigenes Leben." Na Hoppla. Ein Zeichen gelungener pädagogischer Arbeit. Babsis leicht besorgtes Mimikspiel während dieser Aussage verriet jedoch, wie sehr sie ja eigentlich noch an der viel zu frühen Abkapselung ihres Nestflüchters knabbert.
"Ich habe noch einige Träume, die nicht so gewöhnlich sind. Zum Beispiel möchte ich gern als Sozia auf einem Motorrad sitzen und Sonne und Wind geniesen." Wow! Das is ja beinahe so ungewöhnlich wie Möbel ausm Katalog bestellen oder im Urlaub an den Balaton zu fahrn.In einem weitern Nebensatz kam die Sprache auf ihre "Bekannten und Verbannten", was uns in Kombination mit ihrem entschlossenem Gesichtsausdruck kalte Schauer über den Rücken laufen lies.



Als Bad Köstritzer für ihn natürlich eine Frage der Ehre, vor der Aufzeichnung einen halben Kasten Schwarzes zu leeren!
Nachdem er eine Weile palawerte, was er doch für eine bombastische Koch-Koriphäe ist, lies er den in ihm schlummernden animalischen Sehnsüchten freien Lauf: "Zum Festtagsmenü würde ich gern wie Waldi spielen." Die Tabakindustrie durfte dann auch noch mal hoffnungsfroh jubeln: "Das Laster Rauchen hält sich bei mir in Grenzen. Ich arbeite aber an mir."



Eine Anzeige so überflüssig wie ein Sandkasten in der Sahara!
Wieder einmal hallte es durch Mitteldeutschlands Wohnstuben: Wessis raus!
Und dann auch noch die Drohung: "Vielleicht tanzen wir ja zusammen in ein neues Jahrtausend." Vielleicht,vielleicht, liebe Renate - aber garantiert nicht in das nächste. HAHA!



Sympathischer Kandidat, der als erster die Auszeichnung Sympathischer Kandidat von uns verliehen bekommt.
Abgesehen von einigen zwischenzeitlichen Absencen eine äußerst erfrischende Annonce. Lob. "In meiner Freizeit arbeite ich gern ehrenamtlich im Verein für Freizeit, Kultur und Betreuung." Krüschan - hiermit bieten wir dir an, auch unserem Verein durch ein bisschen Engagement hilfreich zur Seite zu stehen. Wir suchen nämlich noch händeringend einen, der bereits durch die Feuerschmiede von Jetaime ging. Du bist unser Mann!
Bitte melde dich.


Gesamtfazit der Sendung:
Auf eine Art muss man ja froh sein, dass sich immer mehr ausgediente Schlagerkasper aus der Öffentlichkeit zurückziehen und ihr Geld lieber mit was Anständigem verdienen. Und das Häuschen, was sich die beiden Blondinen da zugelegt haben war ja auch ganz putzig. Besonders bewegend: das kleine Museum im Hinterzimmer, in dem zur Belustigung der Besucher ein paar günstige ABM-Kräfte an prähistorischen Maschinen nützliche Leinentücher fertigen. So weit, so gut. Nur dass die beiden Aushilfs-Exprominenten dann auch noch zu trällern anfangen mussten, strapazierte den guten Eindruck wieder sehr. Kleiner Tip, Frank: Lass` Sie ruhig singen. Nur beim nächsten Mal keinen Film in die Kamera legen - das merken die doch eh nich! Und uns erspart es eine Menge Zahnschmerzen.

Die Quote:
Neuer Rekord! - 12,7% ==> 530.000 Zuschauer

und noch eine vom-hocker-reissende Zahl: Diese Woche gabs die sage und schreibe fünfzehnte Anmeldung in unserem großartigen Fanclub! Für diese klare Wähleraussage, dass wir mit unserer Arbeit auf dem richtigen Weg gen Weltfrieden sind, sagen wir Danke.



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