
Die Analyse der aktuellen Kandidaten Samstach, 18.12.1999
(Wohl aus falsch verstandener Rücksichtnahme, erspart uns wer-mit-wem.de
neuerdings die Kandidaten-Fotos. Aber keine Sorge, wir werden auch ohne Diese in Zukunft unserer
dokumentarischen Pflicht weiterhin Rechnung tragen.)
Wie Frank eingangs schon ganz richtig erwähnte, bestand die heutige Folge fast nur aus
männlichen Kandidaten.
Aus diesem Grund haben wir diesmal für die Analyse auch die üblichen unflätigen
Zwischenrufe des weiblichen TV-Publikums zu Rate gezogen, welche wir hier gänzlich urteilsfrei
wiedergeben wollen...
Kandidat 1: Guido
(Spontane Reaktion aus der Frauenecke: "Macht mal lauter!" und später: "Hat er gut gemacht, den könnt ihr mal in Ruhe lassen")
Jedoch ein paar Abstriche müssen wir auch hier machen. Die Formulierung, zum Beispiel,:
"Sie könnte zwischen 25 und 35 Jahre alt sein, auch ein Kind wäre willkommen"
setzt schon das Wohlmeinen der Zuhörer voraus. Sehr gefährlich bei jetaime!
Kandidat 2: Steffen
("Der is nich so gut")
Die erste interessante Eigenheit an Steffens Annonce waren seine unnachahmlich lauten Schluckgeräusche,
die sich von der Tonlage her am ehesten mit einem übergewichtigen Laubfrosch, der unmittelbar
nach dem Frühstück von einem Rasenmäher überfahren wird, vergleichen lassen.
Zu den weiteren ausgefallenen Hobbys zählt seine "Fitjogamerah", mit der er
besonders gern Erinnerungsvideos dreht und dafür mit seiner Bartnerin sogar einmal verreisen
würde (!) Also auch einer dieser Menschen, die Essen gehen, weil sie Restaurantrechnungen
sammeln, Bier trinken, weil sie gern Dosen recyclen oder ins Stadion gehen, weil sie dort von
den Ordnern abgetastet werden. Naja. Vielleicht relativiert sich für einen EU-Rentner
aber auch einfach der Sinn eines Urlaubs, da er sich ja eh von nichts erholen muss. Ausser
natürlich von seiner gar furchtbaren und gefährlichen Krankheit, dem Morbus Scheuermann
(eine Diagnose, die, wie jeder weiß, ja einem Todesurteil gleichkommt). Also wirklich
Steffen, das ist doch hier keine MDK-Begutachtung, uns kannst Du mit Deiner anrührenden
Story nicht veralbern!
Nächstens kommt noch einer und klagt uns, er habe Plattfüsse, aber zum Glück
könne er sein Leben selbst bewältigen und muss nicht gepflegt werden. Nein Danke!
Kandidat 3: Thomas
("arroganter Fatzke", "Die Ärmste, die sich in den verguckt")
Was will jemand wie Thomas mit einer Bartnerin?! Wir haben ja nichts gegen Macho-tum und
Pascha-allüren. Ganz im Gegenteil. Aber wie tief muss einer sinken, dass er mit dieser
Attitüde keinen anderen Weg mehr weiß, als bei jetaime aufzutreten? Ein vergleichbares
Armutszeugnis stellten sich im vergangenen Jahr nur Metallica mit ihrem Playback-Gig bei "Top
of the Pops" aus. Mit dem Unterschied, dass Metallica keine kompletten Arschlöcher
sind.
Kandidatin 4: Antje
("Die hats wohl ooch schon nötig?")
Auch hier konnte der aufmerksame Zuschauer seine innere Stimme nur schwer zum Schweigen
bringen, die ständig fragte: Wie kommt man nur zu jetaime?! Die kleine Antje ist nach
unserer festen Auffassung schon so lange vom Konzept der Sendung überzeugt, dass sie ihren
ausgeklügelten Text sicherlich schon seit Jahren übt. Nun ist sie endlich volljährig
-Herzlichen Glückwunsch nachträglich an dieser Stelle- und kann sich ihre romantischen
Jungmädchenträume erfüllen... Liebe Freunde, ist es nicht bedenklich, wenn in
der heutigen Zeit selbst 18jährige - auch wenn sie hässlich und langweilig sind -
schon auf das Fernsehen als Kuppler bauen?! So etwas hätte es vor 100 Jahren nicht gegeben!
"Das Herausfinden meiner schwachen Seiten überlasse ich Dir" - Nicht nötig!
Als kleiner Service vom Fanclub, hier die schwachen Seiten von Antje: Links, Rechts und Vorne.
Hinten geht so.
Kandidat der Woche ![]()
Frank-Uwe
("lustiger Vogel", "Das wär ein Typ für... -bitte nicht hinschreiben!!!")
Das war endlich mal wieder einer der herzerfrischenden und vor allem spontanen Kandidaten,
wie wir sie kennen und lieben. Schon das einleitende Zwiegespräch mit seinem Namensvetter
Liehr gab tiefe Einblicke in die sympathische Krämerseele dieses lispelnden Kleinbürgers.
Zu schön wäre es gewesen, hätte s.E. Liehr sich den Umstand, dass Frank-Uwe
seine Text und insbesondere seine spontanen Antworten perfekt auswendig gelernt hatte, zu Nutze
gemacht und ein paar alternative Fragen gestellt. Was für Dialoge wären so möglich
gewesen!?
(Frage Frank Liehr)- Frank, es riecht hier so komisch, kann es sein, dass Du Dir vor
Angst ins Hemde
gemacht hast?
(Originalantwort Frank-Uwe)- "Eigentlich nicht. Das ist doch heute nicht mehr
üblich."
- Frank, wie sieht bei Dir eigentlich so eine richtige Orgie aus?
- "Ich feier zuerst die Heilige Messe in der Kirche und dann feiern wir zu Hause."
- Du gehst ja auch gerne zu Rammstein-Konzerten. Was tust Du dort?
- "Kräftig singe ich mit"
- Hast Du Dir die Schuhe selbst zugebunden?
- "Nur zugesehen"
- Was hab' ich was Du nicht hast?
- "Mut, Kraft und Hoffnung"
- Du darfst mir jetzt 10 Mark geben.
- "Danke"
Die nachfolgende Annonce war unbeschreiblich, man muss sie einfach gesehn und vor allem gehört
haben.
Kandidat 6: Bernd
("Diese Scheiß-Fische")
Bernd hatte ein typisches Umdrehgesicht (sieht von oben aus, wie von unten), erinnerte ansonsten
aber mehr an das Krümelmonster aus der Sesamstrasse und wusste auch nicht groß zu
beeindrucken. Die abgedroschene Sternzeichennummer zieht ja nicht nur bei unserer Mutter eh
nicht mehr.
Gesamtfazit der Sendung:
"Alle unter Drogen!", "Der Liehr hat die fertig gemacht, guck mal wie die aussehen!"
Dem haben wir nichts mehr hinzuzufügen.
Die Quote:
12,1% d.h. 460.000 Zuschauer
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