Was für ein gelungener Auftakt dieser
Show! Frank hat tatsächlich endlich eine Assistentin an die Seite
bekommen. Auch wenn sich im nächsten Moment herausstellte, dass sie
nur einmalig anwesend ist und auch nur weil sie beim Preisausschreiben
der BILD-Zeitung gewonnen hat (was diejenigen von uns, die selbst teilgenommen
hatten, natürlich um so mehr schmerzte), so war es doch diesmal bedeutend
einfacher, der immergleichen Abfolge von seichten Sprüchen, eingeübten
Unwitzen und zahnfleischwundverursachendem Abfeiern ehemaliger Kandidaten,
die entweder geheiratet, sich ein Kind andrehen lassen oder völlig
ohne Grund hässliche Urlaubskarten geschrieben hatten (oft genug auch
alles gleichzeitig), aufmerksam und gespannt zu folgen.
Doch zum Glück gab es ja auch noch richtige Kandidaten:
Kandidatin 1
Die junge Frau macht einen ein wenig unentschlossenen Eindruck. So macht
sie zwischendurch das etwas verzweifelt klingende Zugeständnis "für
einen kleinen Garten könnte ich mich auch begeistern". Doch schöner
wäre es natürlich, wenn nicht nur Immobilienangebote kämen
sondern auch der ein oder andere Heiratswillige. Und auch über diese
Spezies hat Martina sich bereits ihre Gedanken gemacht: "Sicher hat der
Bartner auch bestimmte Interessen und Vorstellungen vom Leben..." damit
liegt sie sicher ebenso richtig, wie mit dem Rest der Annonce der im üblichen
Stil auf bewährte Standardaussagen setzte, ohne ihre Individualität
allzu sehr zu unterstreichen. Warum auch? Wer einen solch -im wahrsten
Sinne des Wortes- ins Auge stechenden Rock anhat, bleibt gewiss ohnehin
für einige Zeit in schmerzhafter Erinnerung.
Kandidat 2
Schwungvoll und souverän wie weiland Renate Wallert bei ihren ersten
Fernsehauftritten, laviert Peter sich geschickt durch seinen ausgeklügelten
Text fast ohne die gewohnten Böcke zu schießen. Als er sich
dann aber doch mal versprach, schien sein gönnerhaftes Grinsen zu
sagen: 'Na hier - macht eure Witze!'
Neineineineinein. So nicht lieber Peter.
Dann kriegst Du halt keine Analyse. Bäh.
Kandidatin 3
Die positive Überraschung darüber, dass es mal wieder eine Kandidatin
in die Sendung geschafft hat, die ihren Dialekt gut zähmt und ihre
Worte, wenn auch in Grenzen, offenkundig mit Bedacht wählt, hielt
nicht lange vor, als die Anzeige mit zunehmender Dauer in pure Geschwätzigkeit
ausartete. Je genauer man dem nicht enden wollenden Gequassel lauschte
um so deutlicher wurde es auch, bei welcher Art von Groschenheften und
Frauenzeitschriften sie ihre gestelzte Sprache abgeschaut hat: "Für
neue Dinge bin ich ständig offen, hänge dennoch am Heim, kenne
Mitleid und kann doch schwer ohne Liebe sein. Das sind typische Wesensarten
meiner Krebsnatur..." Naja, wem's gefällt...
Kandidat 4
Was Hartmut Engler kann, kann ich schon lange, dachte sich wohl Freund
Ralf, als er sich diese Matte wachsen lies. Doch um wirklich erfolgreich
zu sein, in diesem Land, muss man nicht nur albern aussehen; man muss auch
mindestens ebensolche Texte haben. Das schafft vielleicht noch die eine
oder andere Boygroup oder auch so mancher Big-Brother-Clown, der typische
jetaime-Kandidat hingegen muss jämmerlich versagen. Obwohl: "Ich habe
einige Kakteen, die ich hege und pflege, am liebsten bin ich aber in der
Küche und koche was Leckeres" könnte mit den richtigen Beats unterlegt
eines Tages bei Top of the Pops zu hören sein. Nie aufgeben.
Kandidatin 5
Schon beim Reinkommen, als die aufgetakelte Sächsin, mit einem geschmäcklerischen
Hosenanzug verkleidet, erstmal dekorativ vor dem Kamin Aufstellung nahm,
dann, als alle ihr tolles Outfit gesehen hatten, sich elegant auf den antiken
Stuhl fallen ließ und nunmehr ihr kunstvoll verspachteltes Antlitz
vors Okular zwängte, wurde klar, worum es in Christines Ansprache
wohl gehen würde: Darum, dass Christine eine Superfrau ist. Da wurde
betont, dass sie "...gebildet, warmherzisch und treu..." , "...im Zeischen
da Venus gebohren..." und "...sehr kreativ in meinem Umfeld tätisch..."
ist und dass der Mann doch bitte mit Bild schreiben solle. Kurz vor ihrer
Verabschiedung rang sie sich dann doch noch den Spruch ab, dass sie einen
Mann sucht, der -hört, hört - "...den Rest seines (!) Lebens
mit mir verbringen möchte."
Wer da noch schreibt ist selber schuld.
Abgesehen von den Kandidaten gab es auch
diesmal wieder eine Handvoll kostbarer Augenblicke, die wir für die
Nachwelt im Bild festgehalten haben: Lassen Sie sich entführen in
die Welt von glücklichen Frischverliebten, aussagekräftigen Statistiken
und geheimnisvoller Rituale...
Die Quote: Rückschlag im Vergleich zur Vorwoche auf 410000 treue Fans (8komma8 Prozent)