Sendung vom 13. Januar 2001

Was für ein gelungener Auftakt dieser Show! Frank hat tatsächlich endlich eine Assistentin an die Seite bekommen. Auch wenn sich im nächsten Moment herausstellte, dass sie nur einmalig anwesend ist und auch nur weil sie beim Preisausschreiben der BILD-Zeitung gewonnen hat (was diejenigen von uns, die selbst teilgenommen hatten, natürlich um so mehr schmerzte), so war es doch diesmal bedeutend einfacher, der immergleichen Abfolge von seichten Sprüchen, eingeübten Unwitzen und zahnfleischwundverursachendem Abfeiern ehemaliger Kandidaten, die entweder geheiratet, sich ein Kind andrehen lassen oder völlig ohne Grund hässliche Urlaubskarten geschrieben hatten (oft genug auch alles gleichzeitig), aufmerksam und gespannt zu folgen.
        

Doch zum Glück gab es ja auch noch richtige Kandidaten:

Kandidatin 1

  Die junge Frau macht einen ein wenig unentschlossenen Eindruck. So macht sie zwischendurch das etwas verzweifelt klingende Zugeständnis "für einen kleinen Garten könnte ich mich auch begeistern". Doch schöner wäre es natürlich, wenn nicht nur Immobilienangebote kämen sondern auch der ein oder andere Heiratswillige. Und auch über diese Spezies hat Martina sich bereits ihre Gedanken gemacht: "Sicher hat der Bartner auch bestimmte Interessen und Vorstellungen vom Leben..." damit liegt sie sicher ebenso richtig, wie mit dem Rest der Annonce der im üblichen Stil auf bewährte Standardaussagen setzte, ohne ihre Individualität allzu sehr zu unterstreichen. Warum auch? Wer einen solch -im wahrsten Sinne des Wortes- ins Auge stechenden Rock anhat, bleibt gewiss ohnehin für einige Zeit in schmerzhafter Erinnerung.

Kandidat 2

  Schwungvoll und souverän wie weiland Renate Wallert bei ihren ersten Fernsehauftritten, laviert Peter sich geschickt durch seinen ausgeklügelten Text fast ohne die gewohnten Böcke zu schießen. Als er sich dann aber doch mal versprach, schien sein gönnerhaftes Grinsen zu sagen: 'Na hier - macht eure Witze!'
Neineineineinein. So nicht lieber Peter. Dann kriegst Du halt keine Analyse. Bäh.
 

Kandidatin 3

  Die positive Überraschung darüber, dass es mal wieder eine Kandidatin in die Sendung geschafft hat, die ihren Dialekt gut zähmt und ihre Worte, wenn auch in Grenzen, offenkundig mit Bedacht wählt, hielt nicht lange vor, als  die Anzeige mit zunehmender Dauer in pure Geschwätzigkeit ausartete. Je genauer man dem nicht enden wollenden Gequassel lauschte um so deutlicher wurde es auch, bei welcher Art von Groschenheften und Frauenzeitschriften sie ihre gestelzte Sprache abgeschaut hat: "Für neue Dinge bin ich ständig offen, hänge dennoch am Heim, kenne Mitleid und kann doch schwer ohne Liebe sein. Das sind typische Wesensarten meiner Krebsnatur..." Naja, wem's gefällt...

    

Kandidat 4

  Was Hartmut Engler kann, kann ich schon lange, dachte sich wohl Freund Ralf, als er sich diese Matte wachsen lies. Doch um wirklich erfolgreich zu sein, in diesem Land, muss man nicht nur albern aussehen; man muss auch mindestens ebensolche Texte haben. Das schafft vielleicht noch die eine oder andere Boygroup oder auch so mancher Big-Brother-Clown, der typische jetaime-Kandidat hingegen muss jämmerlich versagen. Obwohl: "Ich habe einige Kakteen, die ich hege und pflege, am liebsten bin ich aber in der Küche und koche was Leckeres" könnte mit den richtigen Beats unterlegt eines Tages bei Top of the Pops zu hören sein. Nie aufgeben.

Kandidatin 5

  Schon beim Reinkommen, als die aufgetakelte Sächsin, mit einem geschmäcklerischen Hosenanzug verkleidet, erstmal dekorativ vor dem Kamin Aufstellung nahm, dann, als alle ihr tolles Outfit gesehen hatten, sich elegant auf den antiken Stuhl fallen ließ und nunmehr ihr kunstvoll verspachteltes Antlitz vors Okular zwängte, wurde klar, worum es in Christines Ansprache wohl gehen würde: Darum, dass Christine eine Superfrau ist. Da wurde betont, dass sie "...gebildet, warmherzisch und treu..." , "...im Zeischen da Venus gebohren..." und "...sehr kreativ in meinem Umfeld tätisch..." ist und dass der Mann doch bitte mit Bild schreiben solle. Kurz vor ihrer Verabschiedung rang sie sich dann doch noch den Spruch ab, dass sie einen Mann sucht, der -hört, hört - "...den Rest seines (!) Lebens mit mir verbringen möchte."
Wer da noch schreibt ist selber schuld.

Abgesehen von den Kandidaten gab es auch diesmal wieder eine Handvoll kostbarer Augenblicke, die wir für die Nachwelt im Bild festgehalten haben: Lassen Sie sich entführen in die Welt von glücklichen Frischverliebten, aussagekräftigen Statistiken und geheimnisvoller Rituale...
   

Die Quote: Rückschlag im Vergleich zur Vorwoche auf 410000 treue Fans (8komma8 Prozent) Shades | Team Building Camps and Seminars | Miniblinds | Insurance Quote Application | Diamondback Motocross