Monatszusammenfassung März 2000
Jaja, ich weiß, wir haben inzwischen
April und seit 5 Wochen keine Aktualisierung mehr, aber he?! Sollten wir
nicht lieber dankbar sein, dass die Zeit des Wartens vorüber ist?
Als wir uns zu dem neuen Rhythmus entschlossen haben, haben wir die vielen
erbosten Zuschriften einkalkuliert, die uns dazu bewegen sollten, den alten
wöchentlichen Aktualisierungs-Takt beizubehalten und wir sind nach
wie vor überzeugt, dass die Entscheidung in der Kritikecke nur noch
ein 4-Wochen-Destillat anzubieten der Qualität dieser Seiten nur zuträglich
sein kann. Ihr konntet also mit Euren Protesten gar nichts erreichen. Gut
also, dass Ihr gleich von vornherein darauf verzichtet habt. :(
Nun, wie dem auch sei, die ungewohnte Methodik
verschaffte auch dem erfahrenen Kritiker völlig neue Ansichten und
Erfahrungen. Ganz zuvörderst ist da natürlich dieses unbeschreibliche
Glücksgefühl; endlich aus dem stressigen Urlaub zurück zu
kommen und bei geschlagenen 2 Stunden jetaime-Videoaufzeichnungen entspannen
zu können. Da möchte man am liebsten gar nicht mehr weg. Doch
wenn man plötzlich diese üppige Materialsammlung vor sich hat,
reifen auch Erkenntnisse, die beim stückweisen Betrachten wahrscheinlich
kaum aufgefallen wären. So zum Beispiel, dass Hildemanns Rubrik gar
nicht so übel ist, wenn man sie im Schnellvorlauf ansieht. Er kommt
dann etwa so rüber wie diese Aushilfsrapper bei VH-1 wenn man den
Ton wegdreht. Ebenfalls überdeutlich wurde, dass von den immerhin
26 Kandidaten nicht mal die Hälfte bahnbrechende Errungenschaften
darstellte, die es angebracht erscheinen ließen, in dieser Fachpublikation
näher beleuchtet zu werden. Aber seht selbst:
(Da wir aus verständlichen Gründen nur schlecht einen Kandidaten der Woche küren konnten, haben wir die Awards diesmal etwas anders kategorisiert)
Blondine des Monats
"Isch brauche viel Zärtlischkeit, diesch auch zurückgehm möschte.
Manschmal brauch ich auch einen Schubs um loszulegen..." Dabei kuckte sie
wie weiland Berti Vogts, wenn er erläuterte, warum die Vereinigten
Arabischen Emirate ein so schwerer Gegner sind.
Entenfütterer des Monats
"Ich bin schon 4 Jahre unfreiwillig Single. Das soll sich jetzt ändern"
Vielleicht ein kleiner Tipp von mir: Versuch es mal mit einer Soziologiestudentin,
Maik, danach bist Du bestimmt freiwillig Single!
Kantinentablettrückstellerin des
Monats
"Guten Abend meine Herren. Hören sie jetzt bitte gut zu!" Nach dieser
Einleitung ließ mich der Stewardessen-Ignorier-Reflex unweigerlich
eine naheliegende Zeitung ergreifen und beim Blick aus dem Fenster den
Rest der Annonce verpassen. Schade.
Emanze des Monats
"Herz und Verstand sollten sich nicht gegenseitig behindern", "Ein gutes
Buch zu lesen sollte für Sie interessanter sein, als das aktuelle
Fußballspiel im Fernsehn", "Streicheleinheiten müssten Sie sich
mit meiner Katze teilen..." - Sag mal, Ruth, wenn Du keinen Bartner haben
willst, warum kommst Du dann in diese Show?!
Ölgötze des Monats
Standardsätze A5, A7, B27, E204 und E241
Plaudertasche des Monats
Auf den ersten Blick sehr sympathisch, man hatte sie zwischenzeitlich gar
im Verdacht, die jetaime-Fanseiten gelesen zu haben, verscherzte sie sich
die volle Punktzahl dann doch durch die ermüdende Überlänge
ihrer Anzeige: 3.37 Minuten! So lange redet sonst nur Hildemann.
Und wir wissen ja, was mit dem geschah...
Heinz Rudolf Kunze des Monats
Ein putziges Kerlchen, das weniger dadurch auffiel, was es sagte, als vielmehr
dadurch, wie es das tat. Man stelle sich einen lang gezogenen Schluckauf
vor, nur dass hier statt "hicks" Sachen wie "Es wäre wünschenswert,
wenn sie liebevoll, mit meiner Behinderung ehrlich umgehen könnten
und nicht weit weg wohnen" heraus gequetscht wurden.
Türsteher des Monats
Originalitätsbolzen des Monats
Sitzpinkler des Monats
Schlagersängergroupie des Monats
Buswinker des Monats
Ferner liefen:
Somit hätten wir mal wieder unserer
Chronistenpflicht Rechnung getragen. Allerdings möchte ich mich an
dieser Stelle noch nicht festlegen, ob die monatliche Erscheinungsweise
beibehalten wird. Schaut sicherheitshalber immer mal wieder rein.
Mehr Analysen im Archiv
Norbert sieht aus, wie frisch einer Juniortüte entstiegen. Laut Aussage
seiner Freunde ist er "humorvoll, ehrlich, treu, kein Trinker, Nichtraucher..."
wirklich geschickt umschrieben, Nobbi. So nett dieser, mit Recht, bescheidene
Typ auch rüber kam, irgendwie erinnert die Konstellation, wenn Frank
die Kandidaten im trauten Zwiegespräch anpreist immer an Home Order
Television...
Dieser Kandidat schlägt ein neues Kapitel im Bestseller "Philosophie
für 2 Mark 50" auf und den Zuschauern erstmal eine krude sammlung
fadenscheiniger Ausflüchte um die Ohren, die wohl verschleiern sollen,
dass seine Hündin irgendwie toller ist, als er selber: "Beim Kratzen
mit dem Hinterbein verlor sie das Gleichgewicht, macht'n Purzelbaum rückwärts
und kommt genau wieder auf dem Hintern auf. Das habe ich vorher noch nie
gesehen" Is' ja 'n Ding!
"Theater- und Kinobesuche sind auf Kindervorstellungen beschränkt"
- Das muss doch nicht sein, Hape; etwas tiefer sprechen und ein wenig selbstbewußter
auftreten, dann läßt man Dich vielleicht auch mal in einen P18-Film.
Nie aufgeben!
So sehen also die Mädchen aus, die schon in der Schule regelmäßig
an den leichtesten Aufgaben scheiterten ("Was, außer einem Faible
für den Garten, sollte Ihr Zukünftiger denn mitbringen?" - "Er
sollte mit Tanzen gehen, mit Wandern, mit Interesse für meinen Garten
haben...") aus, wenn sie erwachsen geworden sind... Mir graut schon vor
meinem Klassentreffen.
"Auch heute habe ich sicherlich meine Schwierigkeiten" Das kann man wohl
sagen. Uwe ist nicht gerade der Mann mit dem man um einen Lolly streiten
möchte. Man nimmt ihn ihm einfach weg.
Eine fast perfekte Homer-Simpson-Persiflage, die nur unter der ehrgeizigen
Zielsetzung litt, die nicht herunter gekaute Wurstpelle unbedingt im Mund
behalten zu wollen.
Anna Maria kommt wohl alleine mit dem Verprassen der Witwenrente nicht
mehr nach.
bekam zwar von Frank jedes Wort einzeln aus der Nase gezogen, sucht aber
jemanden, mit dem sie über alles reden kann...
"Über ein vorhandenes (!) Kind würde ich mich sehr freuen.",
"Ich bin oft ein guter Zuhörer", "Wenn sie rauchen würde, hätte
ich nichts dagegen, da ich es auch einigermaßen kontrolliert tue"
"Sie sollten ehrlich, treu, charakterfest und vor allem möchte ich
mit meiner neuen Bartnerin Pferde stehlen können"
"Ich weiß, dass auch Sie eine Bartnerin für einen neuen Anfang
suchen, aber sich scheuen, Ihre Identität preiszugeben" - Das war
doch geraten, Karla!
"Wenn ich Sie ein wenig inspiriert haben sollte, dann schreiben Sie mir
ein paar nette Zeilen..." - Tut mir leid, Andreas, aber ich habe schon
Kartoffelsäcke gesehen, die inspirierender waren. Pech für Dich,
keine netten Zeilen von uns.
Irgendwas hat er auch gesagt, aber das war genauso interessant, wie das
Bild links. Null Punkte.
Hat "Interesse für alles, was mit Lebens- und Sinnfragen zusammenhängt,
was zur Folge hat, dass ich seit 22 Jahren..." -nein, nicht MDR-Zuschauerin
ist, sondern - Yoga unterrichtet. Ihre Gestik und Mimik sahen zwar eher
nach Blinddarmentzündung aus, aber naja. Bin ja schließlich
kein Fachmann für sowas.
Für diese Kritik nehme ich mein Freilos.
"Außerhalb von Wandertouren lege ich Wert auf ein gepflegtes Äußeres
und gepflegte Umgangsformen" - na dann möchte ich Dir ja nicht mal
beim Wandern begegnen, liebe Eva.
Bei dieser Kandidatin muss ich leider die Waffen strecken. Nix zu meckern.
Was sollte nach Franks charmanter Einleitung ("Birgit ist wenigstens ehrlich")
noch schiefgehen? Alles mögliche. Aber das scheint Biggi ja gewohnt
zu sein.
Wenn man nur die Stimme hörte ("Guten Abend, liebe Herren, wie heißt
es so schön im Schlagertext...") dachte man unweigerlich, die Hildemannrubrik
hätte schon begonnen, so ähnelte sich die Stimmlage. Doch diese
Missverständnis ließ sich schnell aufklären. Spätestens,
als der wahrhaftige Hildemann kurz darauf selbst auftrat.