
Auch für uns vom Fanclub ein Anlass, um einmal besinnlich zu werden, inne zu halten
und 10 Wochen jetaime-Fanclub vor dem geistigen Auge vorbei ziehen zu lassen.
Ach welch gelungene Sendung die 500. war! Zwar ohne aktuelle Kandidaten, aber auch Die vergangener
Tage können ja äußerst amüsant sein (Und waren es dann auch). Und wie
einfühlsam die Moderation wieder war!
Gerade wir Fanclub-Mitglieder wurden ja regelrecht überschüttet mit aufmunternden
Worten. Schon bei der Begrüßung: "Liebe Zuschauer, liebe Fans...liebe Singles"
konnten sich einige von uns ja gleich dreifach angesprochen fühlen. Fans sind wir schließlich
alle, Zuschauer bis auf Maja Herold (wenn die Gerüchte stimmen) ja auch, und Singles -
nun im tiefsten Inneren sind wir doch alle irgendwie Singles.
Unverkennbar der Stolz in Franks Stimme, als er die Errungenschaften der letzten Jahre auf
sein Konto umbuchte (soundsoviel Ehen "...sind durch mein Organisationstalent...zustande
gekommen!", "Ganz Europa schaut sonnabends meine Sendung!", "Das können
nur Glückwünsche für mich sein!", usw. usf.) Vereinzelt wurden zwar im
Club auch Stimmen laut, die Frank des beginnenden Größenwahns ziehen (Die betreffenden
Zwischenrufer wurden sofort ohne großen Aufhebens aus dem Raum geprügelt), wir aufrechten
Fans jedoch sind uns einig: wenn
jemand so selbstbewusst mit seinem Erfolg kokettieren darf ("Als Moderator dieser Sendung
muß man eben ein bisschen flexibel sein"), dann ist es Frank Liehr. Ein paar Tränen
des Neides verursachte dann doch seine Ausruf "Ich habe 35 Kinder! Das soll mir erst mal
einer nachmachen!". Ja Freunde, ist das vielleicht eine Kunst, bei dem Job, mit all den
völlig aufgelösten, zu allem entschlossenen Kandidatinnen?!!
Zwischen den gewohnt spontanen, vor ungezwungener Natürlichkeit strotzenden Sprüchen
des Vollblutentertainers gab es ein Destillat aus allem, was jetaime so unvergleichlich und
beliebt macht. Vor allem die Spezialität, sinnfreie Statements zur Unzeit zu plazieren
wurde bis zum Abwinken zelebriert, indem wahllos aus dem Archiv gegriffene
Schnipsel früherer Moderations-Bankrotterklärungen eingestreut wurden. Offenkundig
hat man sich dabei nicht die Mühe gemacht, die wahren Highlights herauszusuchen und so
fehlte zum Beispiel die Szene, in der Frank sich beim Versuch, gleichzeitig zu reiten und schwierige
Zischlaute auszusprechen, Stücke aus der Zunge beißt. Als
Sympathieerklärung an den neu gegründeten Fanclub war wohl die Szene zu verstehen,
in der Kollege Liehr, mit einer kleidsamen Perücke angetan auf Gleichgesinnte wartet:
"Da gründet man einen Verein,...um in Ruhe trinken zu können - und keiner kommt!"
Frank, du sprichst uns ja so aus dem Herzen.
Natürlich durften auch erfolgreiche Kandidaten nicht fehlen. Bei der bunten Collage gequält
strahlender MDR-Ehepaare, wurde uns wieder einmal vor Augen geführt: Es bedarf nicht viel,
um glücklich zu sein. Und noch weniger, um im Fernsehen aufzutreten. Manch einer wird
wohl gerührt einen Klos im Hals verspürt haben, ähnlich dem, der sich einstellt,
wenn man zum Beispiel Trabantfahrer von ihrem toll praktischen Auto, Plattenbaubewohner von
ihrer sehr gemütlichen Wohnung oder Fliesbandarbeiter von ihrem schönen aber anspruchsvollen
Job schwärmen hört... Ein wenig gruslig wurde es schon, als am Ende die eine Hälfte
(dem Kleid nach zu urteilen, war es
die weibliche) des idealtypischen jetaime-Paares an die Zuschauer appellierte: "Habt Mut
und kommt in diese Sendung!". Die Gänsehaut wird den Einen oder die Andere vielleicht
an den ersten Besuch im Tattoo-Studio erinnern. Der Schreck beim Anblick des über und
über mit Tätowierungen und Piercings verunstalteten Inhabers läßt gerade
bei Zartbesaiteten den Wunsch nach Ohrlöchern oft ein für alle mal versiegen. Aber
MDR-Zuschauer sind in der Hinsicht ja glücklicherweise abgehärtet.
Unbedingt erwähnen möchten wir natürlich auch die Gratulationseinlagen prominenter
Fans, die bei anderen Comedy-Shows arbeiten. Der Fanclub wird sich bemühen, den dreien
eine Ehrenmitgliedschaft anzudienen. Oliver Kalkofe hat mit seinem sehr treffenden Gedicht
ja sogar schon die Aufnahmeprüfung bestanden!
Am Ende des Abends ein wahrhaft würdiger Moment, in dem Frank Liehr in bester Frank-Sinatra-Melancholie
im Stile von "I did it my way" Abschied nahm, nicht ohne allerdings völlig unmotiviert
das offenbar kostenlose Blumenarrangement und vor allem die betreffende Gärtnerei zu erwähnen.
Naja, ohne Sponsoring kann man eine solch aufwendige Show nun mal nicht realisieren. Selbst
das Team arbeitet ja nur für einen feuchten Händedruck (was allerdings zumindest
für den Regisseur immer noch als gut bezahlt gelten darf) und Frank bekannte freimütig:
"Eure Liebe ist mein Lohn!"
Vorhang. Applaus vom Band (auch eine sehr gute Idee, die wir bitte öfter umgesetzt sehen
wollen). Ende einer wundervollen Jubiläumssendung, die für immer unvergessen bleiben
wird.
Außer es löscht jemand unser Archiv.
Die erbärmliche und gänzlich unwürdige Quote von 10,3 % (400.000) hat nur in
sofern was Positives, weil wir jetzt wissen, wieviel Zuschauer die Sendung nicht der erhofften
Bardner wegen sehen...
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